Bachblüte Cerato bzw. Bleiwurz

Bachblüte Cerato

Bleiwurz

Die Instinktblüte

Einsatzbereich:

  • Instinktlosigkeit
  • Orientierungslosigkeit
  • Ratlosigkeit
  • Unmündigkeit
  • Unselbstständigkeit
  • Unsicherheit
  • unterentwickelter Selbstbewusstsein
  • die nicht wissen, wie sie handeln sollen und deshalb ständig andere um Rat fragen.

Die Anlage besteht in dem Wunsch, alles richtig zu machen, und bedingt durch ein schwaches Selbstwertgefühl – dem Bedürfnis, sich einer Autorität unterzuordnen.

Bei harmonischer Entwicklung

entsteht daraus ein Mensch, hohe Ansprüche an sich stellt und sich stets um das Richtige bemüht. Weil er dabei sehr gewissenhaft vorgeht und nichts unternimmt, ohne es genau studiert und überprüft zu haben, unterlaufen ihm so gut wie nie Fehler — und falls dies doch  einmal vorkommt, so kann man ihm jedenfalls deswegen keine Vorwürfe machen, denn besser hätte es auch sonst niemand machen können. Da er außerdem die Fähigkeit besitzt, sich reibungslos in die bestehenden Machtstrukturen einzuordnen, achtet er mit sicherem Instinkt darauf, dass er, ohne die objektiv richtige Norm zu verletzen, auch die Erwartungen derer erfüllt, die die Macht haben. Wenn er religiös veranlagt ist, spielen für ihn höhere, spirituelle Werte eine wichtige Rolle, und er bemüht sich mit natürlicher Frömmigkeit, diesen gerecht zu werden. So genießt er objektiv das Wohlwollen der sozialen Gemeinschaft, seiner Vorgesetzten oder seiner Erzieher und hat subjektiv das beruhigende Gefühl, »Gott« und der Welt sein Bestes zu geben.

Unter ungünstigen Umständen

kann sich der Wunsch, immer alles richtig zu machen, zu einer totalen Unsicherheit übersteigern. Dann weiß der Cerato-Mensch nicht mehr, was er tun soll, traut der eigenen Meinung und seinem Instinkt nicht mehr, fragt ständig um Rat, lässt sich hin- und herschicken, irrt suchend umher, tut dies oder jenes halbherzig und verliert immer mehr sein Selbstvertrauen.

In diesem Zustand hat er keine geistige Orientierung mehr; Statt seiner inneren Stimme und Intuition zu folgen, hängt er sich ins Schlepptau Starker, selbstbewusster Persönlichkeiten und verzichtet auf eigene Mündigkeit. Dabei ist er allerdings tief frustriert, weil er nicht nur fühlt, dass er unerwachsen bleibt, sondern weil er auch immer wieder feststellen muss, dass der Rat, den man ihm gegeben und den er gegen sein eigenes Gefühl befolgt hat, falsch war.

Wirkungsrichtung

Cerato ist das Mittel gegen Unsicherheit. Es verbessert die Beziehung zur »inneren Stimme« und gibt mehr Zutrauen zur eigenen Meinung, so dass man so handeln kann, wie man eigentlich will. Cerato fordert das Erwachsenwerden und die geistige Selbständigkeit bei Menschen (vor allem Kindern), die, statt ihre Probleme selbst zu losen, sich immer gleich von jemandem helfen lassen. Es verbessert die Fähigkeit, zwischen »gut« und »böse« beziehungsweise »richtig« und »falsch« zu unterscheiden.

Psychologisch – therapeutische Anmerkungen

Die Grundmotivation des Cerato-Menschen besteht in dem Wunsch, immer richtig zu handeln, sein Problem ist es, dass er nicht weiß, was das Richtige ist, und sein Fehler, dass er meint, andere könnten es ihm sagen. Statt in sich selbst hineinzuhorchen und seiner eigenen Meinung zu trauen, fragt er überall herum, was er tun soll, und muss dann immer wieder frustriert feststellen, dass er falsch beraten wurde.

Das kann auch nicht anders sein, denn das Richtige (die »Wahrheit«) ist kein allgemeingültiges Faktum, das wir von anderen Menschen erfahren können, sondern ein ganz und gar persönliches und augenblicksbezogenes Phänomen, das uns nur unsere »innere Stimme« vermittelt. Diese besteht aus der Gesamtheit unser Gefühle, Wahrnehmungen, Eingebungen und Erkenntnisse und versucht ständig, uns auf den Weg zu führen, der für uns persönlich richtig ist.

Der Cerato-Mensch aber traut seiner inneren Stimme nicht, weil er beeinflussbar und sympathiebedürftig ist und es allen recht machen will. Seine Veranlagung hat zwar den Vorteil, dass er sich niemanden zum Feind macht, unter ungünstigen Umständen – nämlich dem Cerato-Syndrom — aber den großen Nachteil, dass er seinen eigenen Maßstab verliert und am Ende gar nicht mehr weiß, was er tun soll.

Diese Schwäche wird durch die übliche Erziehung noch verstärkt, da sie – auf Absicherung der bestehenden Machtverhältnisse ausgerichtet — die Individualität des Menschen weitgehend beschneidet. Schon das kleine Kind muss ja lernen, seine persönlichen Bedürfnisse der Allgemeinheit zu opfern und fremde Massennormen an die Stelle seines eigenen Wertsystems zu setzen. Obendrein flößt ihm die »christliche« Kultur, indem sie Verzicht und Selbstbeschuldigung propagiert und den Menschen zur moralischen Missgeburt abstempelt, ein so tiefes Misstrauen sich selbst gegenüber ein, dass er es kaum noch wagt, gut zu finden, was ihn erfreut, und abzulehnen, was ihm leiden lässt.

Es gibt zwar Menschen, deren seelische Struktur so genau der gesellschaftlichen Norm entspricht, dass sie problemlos ins soziale Schema passen und immer genau wissen, was sie tun müssen. Der Cerato-Mensch aber besitzt trotz seiner Abhängigkeit vom allgemeinen Wohlwollen eine ausgeprägte Individualität, die ihn bis zu einem gewissen Grade auf eigene Wege und in einen Konflikt mit dem treibt, was üblich ist und von ihm erwartet wird. So ist er oft tief verunsichert und wagt nur dann zu handeln, wie er eigentlich möchte, wenn man ihn dazu ermutigt. Da dies aber relativ selten vorkommt, ist er meist blockiert und neigt in seiner Verunsicherung dazu, den erstbesten (beziehungsweise erstschlechtesten) Rat zu befolgen.

Im Grunde sind Menschen mit Cerato-Veranlagung große Wahrheitssucher; sie machen nur den Fehler, an der falschen Stelle zu suchen: bei anderen Menschen statt in sich selbst. Sie brauchen mehr Vertrauen in ihr natürliches Empfinden, ihre Gefühle und Erkenntnisse und sollten sich immer wieder klarmachen, dass »gut« und »richtig« nur relative Begriffe sind und für uns erst dann einen Sinn bekommen, wenn wir sie auf uns selbst beziehen.

Die entscheidende Frage unseres Lebens lautet daher nicht: »Wie mache ich es allen recht?« oder «Was ist das absolut Richtige?», sondern: «Was ist für mich persönlich richtig, und wie finde ich es?» Je aufmerksamer wir auf die Zeichen achten, die uns Seele und Körper in Form von Freude oder Leid geben, desto klarer wissen wir es.

Sich beraten zu lassen, ist nur dann nützlich, wenn man nicht mehr weiterkommt und wenn man sich an die richtige Stelle wendet. Cerato-Menschen aber suchen meist Rat, ohne ihn wirklich zu brauchen und ohne sich zu vergewissern, ob der Ratgeber überhaupt kompetent ist. Dieser Gewohnheit sollten sie bewusst zu widerstehen suchen und lieber einen Misserfolg riskieren. Eigene Fehler sind besonders lehrreich, weil sie nicht nur den Verstand, sondern auch das Gefühl ansprechen.

Und: für einen selbst gemachten Fehler geradezustehen, gibt Charakterkraft, für die schlechten Ratschlage anderer zu büßen, ist jedoch frustrierend.

Übrigens findet man in der Nahe Von Cerato-Menschen fast immer auch ihr Gegenstück: die notorischen Ratgeber (die Vervain- Oder Vine-Typen), die gerne in das Leben anderer eingreifen. Ihre — natürlich wohlgemeinten — Ratschlage schädigen den Cerato-Menschen, weil sie seine Unfähigkeit, aus Instinkt oder Einsicht zu handeln, verstärken. Eigentlich sollte man Cerato-Menschen, die immer fragen, was sie tun sollen, ausdrücklich und, wann immer es vertretbar ist, Rat und Unterstützung verweigern, damit das Leben sie in die Lehre nehmen kann. Nicht umsonst heißt es: «Aus Schaden wird man klug!«

Bachblüte Cerato