Bachblüte Holly

Bachblüte Holly

Stechpalme (giftig)

Boden und Standort: sandiger Lehmboden, Halbschatten

Wirkungsweise: abführend, fiebersenkend, harntreibend, hustenstillend, krampflösend

 

Die Herzöffnungsblüte

Hauptthema: unfreundliches oder aggressives reagieren

Ursprung und Bild des Holly-Syndroms

Wer sehr vital aber auch ursprüngliche Reaktions- und Verteidigungsmuster zeigt ist wahrscheinlich ein Holly-Charakter.

Ein echter Holly-Typ wird nie ein sanftes Täubchen, aber auch er kann lernen, seine kämpferische Vitalität bewußt zu kontrollieren. 

Wirkungsrichtung der Holly—Essenz

Holly ist das Mittel gegen negative Emotionen. Es kann Aggression, Reizbarkeit, Ärger, Wut, Rachsucht, Missgunst, Eifersucht abbauen, fördert die bewußte Aggressionskontrolle, macht freundlicher, kompromißbereiter, duldsamer, sanfter, liebesfähiger. Natürlich kann aber Holly Wut oder Haß nicht einfach in ihr Gegenteil umkehren. Es sollte (mit dazu passenden Mitteln) eingesetzt werden, wenn ungewöhnliche Reizbarkeit den Beginn einer Krankheit anzeigt oder wenn diese sehr hitzig und aggressiv verläuft.

Einsatzgebiete

  • eifersüchtig
  • Misstrauen
  • Hass
  • Neid
  • eifersüchtig auf Geschwister und Freunde 
  • Wutanfälle
  • Ärger
  • Reizbarkeit
  • Menschen leiden stark, obwohl für ihr unglücklichsein keinen wirklichen Grund
  • überkommt einfach negative Stimmung
  • Sklaven des Gemütszustandes
  • auf Probleme reagiert man nicht gelassen oder vertändnisvoll sondern sofort gereizt, wütend, ärgerlich
  • innerlich geladen
  • Abkapselung, 
  • Egoismus
  • Herzlosigkeit
  • Reizbarkeit
  • entstehen durch das Gefühl ausgeschlossen zu sein, zurückgewiesen, missverstande
  • generell negative  Stimmung
  • Aggression
  • Rachsucht
  • Gewalttätigkeit
  • Hitzigkeit
  • cholerisch oder sanguinischem Temperament
  • Lieblosigkeit
  • negativer oder destruktiver Einstellung
  • Unfreundlichkeit, 
  • Ärger

Körperlich

  • Durchfall
  • Fieber
  • Krämpfe
  • Leber
  • Magenreizung
  • Magenübersäuerung
  • Nieren
  • Rheuma
  • Steinleiden
  • Kann daraus Leim herstellen

Bei harmonischer Entwicklung

entsteht daraus ein Mensch, der in der Lage ist, auf Behinderungen seiner Selbstverwirklichung vital und, wenn nötig, auch aggressiv zu reagieren. Da er sich immer sofort wehrt, wenn es nötig ist, und es nicht zulässt, daß sich negative Emotionen in ihm anstauen, ist er offen, gerade und ohne Falschheit. Hass (der das Ergebnis von unterdrückter Aggression ist) kommt bei ihm nicht vor, weil er auf jeden Angriff spontan und direkt reagiert. Er verteidigt stets mit „unschuldiger“ Natürlichkeit seine Rechte, und man weiß, woran man bei ihm ist. Da man ihm nicht „schräg kommen“ darf, kann beim Umgang mit ihm keine Hinterhältigkeit und Falschheit entstehen. Aggression hat bei ihm einen sinnvollen und natürlichen Wert. So entspricht er dem Typ des aufrechten Kämpfers, der offen gegen jedes Unrecht vorgeht, ohne sich selbst dabei zu schonen.

Unter ungünstigen Umständen,

das heißt: wenn seiner Aggressivität die Spontanität genommen und er in seiner Selbstverwirklichung zu sehr unterdrückt wird, entwickelt sich der Holly-Typ zu einem Menschen, der schnell gereizt ist und umhertrieben aggressiv reagiert. Er kann auf Probleme nicht gelassen oder verständnisvoll reagieren, sondern wird sofort wütend oder gehässig. Er ist sozusagen immer geladen.

Weitere Varianten dieser Reaktionsweise sind Haß, Neid, Eifersucht, Rachsucht, Misstrauen. Die Schwelle für Bedrohungs- oder Behinderungsgefühle liegt bei dieser Mentalität tiefer als normal, das Konkurrenzverhalten verliert seinen sportlich -fairness Charakter und kann eine hinterhältige, gemeine Note beheimaten. Viele typische Holly-Menschen sind in ihrer Kindheit zu sehr in ihrer angriffs- und kampfbereiten Lebenshaltung beschnitten und unterdrückt worden, sei es von Eltern mit ihrem, defensivem Naturell, sei es von moralisch, ideologisch oder eigennützig motivierten Erziehern. Da die Aggressivität ein natürliches und instinktbedingtes Phänomen ist, das auch weder durch Gewalt noch »Vernunft« aus der Welt schaffen ist, sucht sie sich, wenn sie nicht geradeheraus kann, andere Ausdrucksmöglichkeiten: zum Beispiel halten sich Kinder die ihre Wut unterdrücken müssen, an wehrlosen Tieren schadlos oder schlagen unschuldigen Blumen die Köpfe ab. So hat das Holly-Syndrom viele Varianten: den kleinen Ärger im Alltag. die unnötige Verstimmung, die übertriebene Reizbarkeit, die unbegründete Unfreundlichkeit. Besonders heftig kann es bei jenen Menschen ausfallen, die, von Natur aus eher nach außen  und sanft, unter einem außergewöhnlichen äußeren Druck die Fassung verlieren und auf einmal »rot sehen«.

Auch Krankheiten mit hitzigem, aggressivem Charakter, wie hohem Fieber, starken allergischen Reaktionen, plötzlichen, schweren Entzündungen oder einer ungewohnte Reizbarkeit am Beginn einer Krankheit, gehören zu Holly.

 

Psychologisch-therapeutische Anmerkungen

Aggression ist ein Phänomen, ohne das es kein Leben geben kann. Denn Leben bedeutet Wachstum, Entfaltung und Selbstverwirklichung, und diese wiederum sind nur auf Kosten anderer möglich. Jede Zelle begeht, indem sie größer wird, jede Pflanze, indem sie wächst, jedes Tier, indem es gedeiht, jedes Volk, indem es sich ausdehnt, andauernd aggressive Akte gegenüber anderen Zellen, Pflanzen, Tieren, Völkern: sie nehmen ihnen die Nahrung, den Lebensraum oder gar die Existenz.

Weil der Raum, der dem Leben in seiner Gesamtheit auf Erden zur Verfügung steht, festgelegt ist und sich nicht beliebig vermehren läßt, ist jeder, der sich entfalten will und Lebensraum beansprucht, zum Kampf verurteilt. Während dies für das einzelne Lebewesen >>fressen und gefressen werden« bedeutet, erhält sich damit das Leben in seiner Gesamtheit.

Vor dem Hintergrund der bestehenden Lebensraum- und Ressourcenbegrenzung ist unser nur zu natürlicher Wunsch, von dem, was wir sind und haben, nichts zu verlieren, gleichbedeutend mit der Forderung, daß andere, die noch nichts sind oder haben, nichts bekommen sollen. Das empfinden diese natürlich als feindselige Haltung, genau wie wir es in ihrer Lage auch tun würden. Wer hat recht? Darüber kann man in mannigfacher Weise diskutieren und philosophieren. Das Leben selbst aber beantwortet diese Frage ganz einfach und unwiderlegbar dadurch, daß es uns zwingt, unsere existenziellen Bedürfnisse Nahrung oder Sicherheit — direkt, notfalls auch aggressiv und auf Kosten anderer zu befriedigen.

(Diese Feststellung bezieht sich allerdings nur auf die grundlegenden Existenzbedingungen. Vom Überfluss abzugeben ist nämlich ein ebenso verbreitetes Naturprinzip: die Bäume verteilen ihre Früchte, die Quelle verströmt ihr Wasser; auch der Mensch teilt mit seinem Nächsten, wenn er das Gefühl hat, genügend — sei es materiell, sei es geistig-seelisch — zu besitzen.)

Wenn wir Kraft, Unerschrockenheit und Selbstbewusstsein besitzen, können wir unsere Aggressionen gerade und unverfälscht ausleben; andernfalls entwickeln sie sich zum inneren Überdruck, den wir bei der ersten (natürlich ungefährlichen) Gelegenheit in Form von unbegründeter Unfreundlichkeit, Reizbarkeit, Wut, Haß, Neid, Rachsucht, Mißtrauen, Eifersucht und dergleichen ablassen. In diesem Zustand — dem Holly-Syndrom – sind wir eigentlich nicht mehr Herr unserer Emotionen. Selbst wenn wir wollten, könnten wir dann nicht mehr freundlich und entgegenkommend sein, unsere Wut in Luft auflösen, unseren Haß in Liebe verwandeln oder unsere Eifersucht aufgeben — mit Ausnahmen natürlich.

Um das Holly-Syndrom überwinden zu können, braucht man ein tiefes Verständnis für seine psychischen Mechanismen. Die Aggression ist zwar eine grundsätzliche Instinkt- Reaktion, wird aber meist durch persönliche Konditionierungen ausgelöst. Das heißt: man reagiert aggressiv, weil man sich angegriffen oder bedroht fühlt, unabhängig davon, ob dies tatsächlich auch so ist. Es kommt also darauf an, seine persönlichen, aggressionsauslösenden Ängste und Empfindlichkeiten kennenzulernen und sie so zu ändern, daß man angemessener und sinnvoller reagieren kann.

lm Prinzip ist es durchaus möglich, Einstellungen und Werte zu finden, die es einem ermöglichen, sich über das Niveau primitiver Urwaldkämpfe zu erheben und nicht in jedem Menschen einen Feind und in seinen Handlungen eine vitale Bedrohung zu sehen. Dabei gibt es allerdings für jeden von uns eine Grenze, die er verteidigen muß; wie eng sie gezogen ist, hängt größtenteils von seinem geistigen Niveau und seiner Anlage ab.

Als bewußte Menschen haben wir nicht nur einfache animalische, sondern auch geistige und seelische Entfaltungsmöglichkeiten. Je höher unser Selbst- und Welt-Bewusstsein entwickelt ist, um so toleranter, großzügiger und stärker sind wir und um so weniger erscheint uns die Existenz anderer Menschen als persönliche Bedrohung.

Ein echter Holly-Typ wird nie ein sanftes Täubchen, aber auch er kann lernen, seine kämpferische Vitalität bewußt zu kontrollieren. Er kann erkennen, daß er grundsätzlich dazu neigt, anderen Gewalt oder Unrecht anzutun, — aber auch sich selbst durch sein manchmal zu wüstes Verhalten schadet (auch seine Feinde können sich wehren). Und er könnte zu fühlen lernen, daß die in ihm tobenden negativen Emotionen auch ihn selbst vergiften: wer fühlt sich schon wohl, wenn er neidisch, wütend, eifersüchtig, rachgierig oder haßerfüllt ist? Wenn ihm dies klar ist, wird er im eigenen Interesse seine inneren Giftquellen zum Versiegen bringen — durch großzügigem und fairere Selbsterkenntnis oder durch eine direkte, Klarheit schaffende Konfrontation.

Bachblüte Holly