
Gewöhnliche Rosskastanie
Standort: jeder Boden, Sonne
Wirkungsweise: blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, hustenstillend, schmerzstillend, venenwirksam
Die Abnabelungsblüte #
Red Chestnut ist das Mittel gegen Kummer und selbstlose Sorgen. Es baut die Gewohnheit ab, sich Sorgen um andere zu machen, indem es Schicksalsvertrauen, Zuversicht und einen gesunden Egoismus stärkt. Dadurch entzieht Red Chestnut auch jenen Krankheiten den psychischen Nährboden, die aus Sorgen entstanden sind — vor allem nervösen Störungen, Kreislaufstörungen, Herzbeschwerden und Lungenkrankheiten.
Schlüsselbegriffe: Angst oder übermäßige Sorge um andere
Einsatzgebiete #
- besorgt um das Wohl anderer
- denken dabei nicht an sich selbst
- fällt schwer geliebte Menschen vertrauensvoll ihren Weg gehen zu lassen
- ermahnen Kind oft, vorsichtig zu sein
- zu starkes Mitleid
- Kummer
- lebt in großer Angst und Sorge um Familie
- hält eine kurze Trennung vor allem von Mutter nicht aus (gilt auch für andere Bezugspersonen und Haustiere)
- Angst oder übermäßige Sorge um andere
- nehmen sich sehr zu Herzen wenn es jemanden anderen schlecht geht
- fällt schwer geliebte Menschen vertrauensvoll ihren Weg gehen zu lassen
- übertrieben große Sorgen bei geringen Anlässen
- Durch diese Unruhe und Sorge immer mehr innere Spannung, Schlaflosigkeit und Angst
- Sorgen
- besitzen eine große Fürsorglichkeit
- übertrieben große Sorgen bei geringen Anlässen u machen.
- Durch diese Haltung quälen sie sich selbst und andere
- läuft Gefahr Dinge erst herauf zu beschwören
- neigen dazu in Krankheiten oder Situation mehr hinein zu interpretieren als wirklich vorhanden ist.
- Selbstaufopferung
- übertriebene Selbstlosigkeit
Körperlich: #
- Bandscheiben
- Blutgefäße, insbesondere Venen stärken
- Blutreinigung
- Couperose
- Darmkatarrh
- Durchfall
- entwässernd für Gewebe
- Erkältung
- Frostbeulen
- Fußschweiß
- Galle- Milz
- Gebärmutter-Blutungen
- Gelenks-/Gliederschmerzen
- Geschädigte, raue Hände durch zu viel Arbeit
- geschwollene Beine oder Arme verwendet werden
- Gicht
- Hämorrhoiden
- Haut- Haarproblem: Schuppen, Flechten
- Haut widerstandsfähiger gegen Sonne
- Katarrh der Atemwege
- Keuchhusten
- Krampfadern
- Magen- Darmschleimhaut
- Magen- und Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür)
- Magenkrämpfe
- Magnesiumeinschleußer
- Müde geschwollene Füße
- Nasenpolypen zusammenziehen
- Neuralgie
- Ohnmacht
- Phlebitis (Venenentzündung)werden
- Rheuma
- Schmerzen in Gelenken/Rheuma
- Stillende Frauen: verhärtete Brust
- Strahlungsabwehr
- Taubheitsgefühl aus Gliedmaßen
- Thrombose
- Uterusblutungen
- Ulcus cruris (Geschwürbildung an den Beinen)
- Venenentzüdnung
- Venenstärkend: Krampfadern, Bindegewebsschwäche
- Venenschemerzen
- vitalisierend
- zu starke Monatsblutung
Hustende Pferde
Psychologisch—therapeutische Anmerkungen #
Der Red Chestnut—Mensch ist empfindlich und besitzt eine rege Phantasie. Daraus entwickelt sich unter dem Einfluß unerfreulicher Erlebnisse seine typische, ängstliche Erwartungshaltung, die er allerdings nicht auf sich bezieht, sondern in Form von Sorge auf andere Menschen überträgt.
Jeder Sorge liegt ein positives menschliches Element zugrunde: die gefühlsmäßige Anteilnahme am Schicksal des Mitmenschen und zugleich der Wunsch, daß es ihm gut gehe.
Unter gesunden, natürlichen Umständen bedeutet das, daß man für jemanden sorgt, wogegen man unter krankhaften Bedingungen sich um ihn sorgt.
Im ersten Falle unterstützt man ihn tatkräftig und steht ihm, soweit man kann, in der Not bei. Dabei beachtet man aber seine eigenen Möglichkeiten und Grenzen und hütet sich davor, sich von der fremden Problematik anstecken und krankmachen zu lassen. Denn wenn sich das menschenfreundliche Mitfühlen in hilfloses Mitleiden verwandelt, verdoppelt sich das Leid und verringert sich die Aussicht auf Besserung. Um wirksam helfen zu können, darf man selbst nicht hilfebedürftig oder leidend sein.
Im zweiten Fall projiziert man -— natürlich unbewußt – eigenes Leiden und eigene Angst auf das Schicksal eines anderen Menschen, das man sich zu diesem Zweck negativ ausmalt: man sorgt sich um ihn. Diese Form der Sorge ist nutz- und sinnlos, weil sie keine verbessernden Konsequenzen, keine tatkräftige Hilfe, keine Überwindung von Leid mit sich bringt.
Sie hat hauptsächlich die Funktion, dem eigenen Leid und Selbstmitleid einen Abfluß zu verschaffen und die peinliche Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenslüge zu verhindern. Man braucht sich nicht zu fragen, warum man selbst leidet, was man in seinem eigenen Leben ändern müßte, warum man soviel Negatives von der Zukunft erwartet, sondern kann sein negatives Lebensgefühl sozusagen auf fremdem Terrain ausleben und sich zugleich masochistisch dem künstlich erzeugten, weil einer Zukunftsspekulation entsprungenen Leiden hingeben.
Wenn man sich um jemanden Sorgen macht, lebt man seinen eigenen Pessimismus aus, von dem man dadurch einen gewissen Abstand gewinnt. Statt sich bewußt zu werden, daß man im Grunde nur unter seiner eigenen Ängstlichkeit leidet, meint man, es gehe einem um das Wohl des anderen. So bestätigt sich wieder einmal: Krankhaftes kann nur Krankheit erzeugen.
Die eindeutig krankhafte, ängstlich-pessimistische Einstellung des Red Chestnut-Menschen erzeugt selbst wieder Angst und Pessimismus in Form von Sorge. Dies genau zu diagnostizieren ist aber deshalb schwierig, weil es als moralisch hochstehend gilt, sich Sorge um andere zu machen. Wer könnte schon zugeben, daß seine anscheinend selbstlose Sorge nur ein Ausdruck seiner eigenen Lebensangst ist und eine Ablenkung von ihr bedeutet?
Das Kernproblem in der Red Chestnut-Haltung besteht darin, daß eine grundsätzliche Lebenswahrheit ignoriert wird. Es ist die täglich zu erfahrende Tatsache, daß es uns nicht gegeben ist, das Geheimnis unseres Lebens zu begreifen, und daß wir außerstande sind, unser Schicksal richtig zu beurteilen. Unsere Vorstellungen von »gut« und »böse« sind dafür ungeeignet, weil sie zu sehr an vordergründigen Vorteilen orientiert und lediglich Ausdruck unserer beschränkten Einsicht sind. Das gilt vor allem für unsere Zukunftserwartungen: wie oft hat jeder schon erlebt, daß sich momentan katastrophal erscheinende Umstände später als segensreich entpuppt haben! Wie selten ist uns dann aber klargeworden, daß sich darin das Wirken einer geheimnisvollen Macht, Ordnung oder Wesenheit offenbart, die offensichtlich besser als wir weiß, was gut für uns ist.
Es liegt ganz bei uns, von der unbekannten Zukunft etwas Gutes zu erhoffen oder etwas Schlechtes zu befürchten. Auf die Zukunft selbst hat dies keinen Einfluß, denn »es kommt, wie es kommen muß>>, aber — und das ist das Entscheidende – auf die Gegenwart, in der allein wir fühlen und leiden. So können wir bis zu einem gewissen Grad selbst bestimmen, ob freudige oder leidvolle Gefühle in uns vorherrschen. Zwar läßt sich nicht jedes Leiden vermeiden, gewiß aber jenes, das wir selbst aus pessimistischer Erwartung und Schicksalsnegativität selbst erzeugen, wozu auch die negative, nutzlose Sorge gehört.
Sie beruht beim Red Chestnut-Menschen nicht nur auf mangelndem Vertrauen in das Schicksal oder in »Gott«, sondern auch auf einer Unehrlichkeit sich selbst gegenüber. Er schreckt davor zurück, sich die Wahrheit über sein Verhalten einzugestehen: daß er sein Leben nicht richtig lebt; daß er sich die Ängste, unter denen er leidet, selbst gemacht hat; daß er seine >>Opfer« — vor allem seine Kinder — damit belästigt und belastet, in ihr Leben eingreift und sie vielleicht sogar mit seiner krankhaften Gewohnheit ansteckt.
Die Lösung für sein Problem liegt bei ihm selbst. Es geht für ihn nicht darum, sich durch vernünftige Überlegungen davon zu überzeugen, daß eine bestimmte Sorge unbegründet ist, sondern eine neue Lebenshaltung zu finden — das heißt: Vertrauen in das Leben, das Schicksal oder »Gott« zu suchen. Er sollte wieder zu sehen lernen, daß sein Leben im Grunde eine ununterbrochene Kette von positiven, weil menschlich reif machenden Ereignissen ist — selbst wenn es mitunter wehtut. Er sollte sich in seine Sorgen und negativen Erwartungen unabgesichert hineinfallen lassen und sie bewußt durchleben, um erkennen zu können, wie unbegründet und lächerlich sie sind. Und er sollte sich angewöhnen zu sagen: Es wird schon gutgehen!