Leidensdruck

Wie lerne ich, Wut und Enttäuschung zu verbergen?

 Verbergen sollen Sie gar nichts. Fragen Sie sich jedes Mal: „Wie sehr leide ich darunter? Machen Sie eine innere Skala von 0 bis 100. Wenn Ihr Leidensdruck unter 30 bleibt, kommen Sie mit der „Als-ob-Taktik“ am weitesten: Sie tun so, als ob alles okay sei.

Liegt Ihr Leidensdruck über 30, dann sollten Sie Ihren Unmut äußern, und zwar möglichst gelassen, ohne beleidigten Unterton. Sagen Sie dem anderen, der Sie verärgert oder getroffen hat: „Ich weiß nicht, ob es Ihnen klar ist, aber was Sie gerade gesagt haben, hat mich furchtbar verletzt.“ Meist fällt der Gesprächspartner aus allen Wolken, weil er das ja gar nicht wollte. Wenn er es doch wollte, sagen Sie zum Beispiel:“Okay, wenn das Ihre Strategie war, haben Sie gewonnen. Was machen wir jetzt?“ Wenn Sie offen darüber reden, wird der Gegenstand des Ärgers in der Regel absurd.

Das gilt auch für die beleibte Unart, andere in Gesprächen oder Konferenzen zu unterbrechen. Machen Sie eine Strichliste, sagen Sie dann zum Beispiel:“Meine Damen und Herren, es wird sei vielleicht interessieren: Ich bin heute 17 mal unterbrochen worden. 12 mal waren Sie es, Herr Müller, der Rest verteilt sich relativ demokratisch auf die anderen.“ 

Es ist ja nicht so, dass sich die Leute vor der Konferenz zusammensetzten und sagen: Heute unterbrechen wir den Kollegen, so oft es geht. Diese Prozesse gehorchen einer unbewussten Strategie. Wer andere nicht ausreden lässt, signalisiert damit: „Ich will mich durchsetze, ich bin wichtiger als andere. Wer Schächer ist als ich, den unterbreche ich. Wer stärke ist, den lass ich ausreden, weil ich mich nicht traue.“

Mit der Strategie der Offen-darüber Redns zwingen Sie jedoch das unbewusste Denkschema ins Bewusstsein Ihrer Mitmenschen. Das erst macht eine bewusste Veränderung möglich. 

Leidensdruck

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